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10.03.10 14:59 Alter: 183 Tag(e)

Hochschule Reutlingen ist Deutschlands „Internationale Hochschule 2010“ – der Star ist die Mannschaft!

Kategorie: Allgemein, Career Center, Pressemitteilungen, Programme, Research, VIMA

Author: (esb-pr/krk) Kerstin Kindermann

Provinz und Internationalität – wie passt das zusammen? An der Hochschule Reutlingen sehr gut – ist sie doch am 23.02.2010 zu Deutschlands erster „Internationaler Hochschule 2010“ gewählt worden.

Preisverleihung in Berlin: von links: Dr. Andreas Schlüter (Generalsekretär Stifterverband), Professor Dr. Gerhard Gruhler (Vizepräsident der Hochschule Reutlingen als Auslandsbeauftragter der Technik), Professor Baldur Veit,L.L.D., der Präsident der Hochschule Reutlingen Professor Dr. Peter Nieß und Professor Dr. Max Huber (Vizepräsident DAAD).

 

Diesen Wettbewerb hatten der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) erstmalig im Rahmen der Berliner Fachtagung „Bologna macht mobil – Innovative Konzepte und Modelle für das Studium im Ausland“ ausgelobt.

Dieser erste Platz belegt bestens, dass sich die Hochschule Reutlingen trotz ihrer Lage am Rande der Schwäbischen Alb deutschlandweit und international durch jahrelange intensive Arbeit einen verdienten Ruf in punkto Internationalität erworben hat – so steht denn auch auf der Urkunde – „in Würdigung ihrer hevorragenden Leistungen in der Internationalisierung der Hochschule und der Förderung der Auslandsmobilität deutscher Studierender“. 

„In jedem der 32 Studiengänge kümmert sich eine beträchtliche Anzahl an Professoren persönlich um den Aufbau der Kontakte zu internationalen Hochschulen. Bemerkenswert ist, dass wir hier in Reutlingen niemanden motivieren oder mobilisieren müssen, um Mitstreiter für internationale und andere Kampagnen zu gewinnen“, erklärt der Präsident der Hochschule, Professor Dr. Peter Nieß, der stolz darauf ist, dass dieses Engagement zum Selbstverständnis bei allen Mitarbeitern, Studierenden und Professoren gehört.  

„Von nichts kommt nichts“ wussten schon die alten Römer - so ist es auch mit dem neu erworbenen Titel:  insgesamt wurden 386 Universitäten und Hochschulen vom Stifterverband und DAAD angeschrieben. Nur 26 davon entschieden sich, aufgrund von einzureichenden statistischen Erhebungen, überhaupt für die Bewerbungsrunde. „Wir hatten Glück“, so Professor Baldur H. Veit, der quasi der Motor des Reutlinger Antrags war, „weil ich von 2006 – 2008  im Modellprojekt der HRK, des DAAD und der AvH „Internationalität an deutschen Hochschulen-Konzeption und Erhebung von Profildaten“ umfassende Kennzahlen zur Internationalität an der Hochschule ermittelte, auf die wir jetzt schnell zugreifen konnten.“ So blieb mehr Zeit, den rund 70seitigen Antrag zu bearbeiten und das Konzept mit „Leuchtturmprojekten“ zur Vorauswahl einzureichen. „Hier kam es vor allem darauf an, zu beweisen, dass die gesamte Hochschule voll hinter der Internationalisierung und den einzelnen Projekten steht und dass das Thema Internationalität nachweislich seit langem im Leitbild verankert ist“, erklärt Professor Baldur H. Veit, der mit seinem International Office-Team für die Aktivitäten in der Kontaktpflege und in der Akquisition von Partnerhochschulen sowie in der Beschaffung von Drittmitteln verantwortlich zeichnet.  

Von den insgesamt zum Wettbewerb zugelassenen 26 Bewerbern waren Ende Februar noch fünf im Rennen - und als einzige Fachhochschule die Hochschule Reutlingen. „Schon das Erreichen des Finales - als einzige Fachhochschule -  ist eine große Ehre und Anerkennung unserer Aktivitäten auf dem Gebiet der Internationalisierung“, freut sich der Präsident der Hochschule Reutlingen, Professor Dr. Peter Nieß. Die Uni-Konkurrenz,  auf die man in Berlin traf, liest sich wie das Who-is-Who der Hochschullandschaft:  die Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität Konstanz, die Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder und die WHU Otto Beisheim School of Management. Die Finalisten mussten im Vorfeld nicht nur nachweisen können, dass sie einen akademischen Austausch betreiben, dass es ein Auslandsamt gibt, man über ausländische Forschungskooperationen verfügt und eben umfangreiches Zahlenmaterial einreichen. In der Endrunde mussten sie sich in einer öffentlichen Präsentation und Befragung der zehnköpfigen Fachjury stellen: in einer 10minütigen Präsentation stellte Präsident Professor Dr. Peter Nieß die Hochschule Reutlingen vor. Daran schloss sich eine 20minütige Fragerunde durch die Jury auf dem Podium an. Der Präsident der Hochschule Reutlingen, Professor Dr. Peter Nieß, Vizepräsident Professor Dr. Gerhard Gruhler als Auslandsbeauftragter der Technik und Professor Baldur H. Veit, der Leiter des RIO (Reutlingen International Office), standen der Jury Rede und Antwort.  

Auch wenn die Reutlinger angesichts dieser großen und bedeutenden Konkurrenz nicht glaubten, unter die ersten Drei zu kommen, warfen sie – typisch schwäbisch – „alles was sie können“ in die Waagschale – die letztendlich zu ihren Gunsten ausschlug: als „Erfinder“ der ersten Doppelstudiengänge bereits vor über 30 Jahren und nachdem sich zu dieser Zeit noch jeder Professor den ausländischen Studiengang vor Ort anschaute und man vor allem nach Übereinstimmungen suchte, ist man nach drei Jahrzehnten Auslandserfahrung gelassener: „Unsere ausländischen Kollegen verstehen ihr Fach genauso wie wir hier in Deutschland. Und die Studierenden sollen im Ausland gerade das erfahren, was es hier nicht gibt. Diesen großen Wissensgewinn durch unsere ausländischen Partner möchte hier niemand mehr missen“, betont der Präsident der Hochschule, Professor Dr. Peter Nieß. So verwundert es nicht, dass bereits jetzt 40 % der Ingenieure ein Auslandssemester absolvieren. Was bei der Fakultät ESB Business School für die Studierenden 100prozentiger Alltag ist – nämlich mindestens ein Auslandssemester – soll synergetisch in den nächsten Jahren auch in den Ingenieurwissenschaften die Regel werden. Professor Dr. Christoph Binder, als Studiendekan verantwortlich für die internationalen Studiengänge an der ESB Business School sieht das sportlich: „Wir wollen die positiven Erfahrungen von der ESB Business School, auf die Techniker übertragen. Die Kontakte werden nicht exklusiv gehalten, sondern für das gute Hochschulklima ist es selbstverständlich, dass Partnerschaften allen Fakultäten zur Verfügung stehen.“ Diese Einstellung unterstreicht Professor Baldur H. Veit: es sei relativ leicht, einen Linguisten ins Ausland zu schicken, aber 100 % Maschinenbauer dafür zu begeistern, bedeute noch viel Arbeit. Gerade dieses Ziel ist es, das alle antreibt: „Jeder Reutlinger Student soll mindestens ein Semester im Ausland studieren“, so Professor Dr. Peter Nieß. Und das bedeute eben für die nächsten Jahre zu den 100 % ESB Business School nochmal 100 % Ingenieure ins Ausland zu bringen.  

So sieht der Vizepräsident des DAAD und Vorsitzende der Jury, Professor Dr. Max Huber,  in der Hochschule Reutlingen mit ihren fünf Fakultäten (Angewandte Chemie, ESB Business School, Informatik, Technik und Textil&Design) ein „Modell der gelebten Internationalität“, das alle Bereiche des akademischen Lebens umfasse: „Mit Ehrgeiz und Realismus erweitert die Hochschule ihr profilbildendes Erfolgsmodell aus den Wirtschaftswissenschaften auf die technischen Fächer.“ Für die fünf Fakultäten und auch für die Studierenden der gesamten Hochschule Reutlingen bedeutet diese Auszeichnung einen enormen Imagegewinn, verbunden mit der Aufgabe, nicht nachzulassen im Streben nach verantwortungsvoller Lehre mit internationalen Profilen und praktischen Auslandserfahrungen. 

Doch ohne Geld geht auch hier nichts. Schon jetzt würden die in der BWL vorhandenen 145 Doppelabschlussplätze die Anträge sprengen, erklärt Professor Dr. Christoph Binder: „Wir brauchen ausländische Partner, die die Langfristigkeit und Kontinuität mitmachen.“ Und was die Hochschule noch braucht, sind Stipendien für Studiensemester im Ausland, weiß Professor Dr. Gerhard Gruhler: „Ein ganz entscheidender Faktor für unsere Studenten, die zum Beispiel in die USA gehen ist, dass sie dort nicht die sehr hohen Studiengebühren von mehreren zehntausend Dollar bezahlen müssen. Selbst in Indien kostet ein Studium bis zu 4.000 Dollar. Und für die nach Reutlingen kommenden internationalen Studierenden muss gewährleistet sein, dass sie für ihr Geld das Richtige geboten bekommen und sie bei uns keine Studiengebühren bezahlen müssen.“ 

So passt es gut, dass der Titel „Internationale Hochschule 2010“ mit 50.000 Euro dotiert ist. Geld, das direkt in bestehende und neue internationale Projekte fließen wird. Denn eins ist klar – und darauf freut sich nicht nur der Präsident der Hochschule Reutlingen, Professor Dr. Peter Nieß: „Wir werden uns ins Zukunft vor Bewerbungen nicht mehr retten können“.

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